Zahlen & Daten

Schaubild Kriegsbeute Alexander Ausstellung - Copyright: Andreas Jacob

Ausstellung Alexander der Große
© Andreas Jacob

Zahlen & Daten

        • 35.000 Krieger erreichten die Küste Kleinasiens.
        • 60 Kriegsschiffe setzten das Heer am Hellespont über.
        • 30.000 Makedonen kämpfen gegen 30.000 Perser.
        • Sieben Monate lang belagert Alexander Tyros.
        • Das Ende der Welt bleibt ein unerfüllter Traum für Alexander.
        • 334 v. Chr. – 0 km: Abschied von Pella
        • 334 v. Chr. – 670 km: Überfahrt nach Kleinasien
        • 334 v. Chr. – 830 km: Schlacht am Granikos
        • 333 v. Chr. – 3.450 km: Schlacht bei Issos
        • 332 v. Chr. – 3.950 km: Belagerung von Tyros
        • 332 v. Chr. – 4.920 km: Gründung von Alexandria
        • 331 v. Chr. – 5.580 km: Orakel in der Oase Siwa
        • 331 v. Chr. – 8.360 km: Schlacht bei Gaugamela
        • 331 v. Chr. – 8.880 km: Einzug in Babylon
        • 331 v. Chr. – 9.530 km: Thronbesteigung in Susa
        • 330 v. Chr. – 10.160 km: Brand von Persepolis
        • 327 v. Chr. – 15.550 km: Hochzeit in Baktrien
        • 326 v. Chr. – 18.740 km: Schlacht am Hydaspes
        • 325 v. Chr. – 20.140 km: Am Indusdelta
        • 324 v. Chr. – 23.030 km: Massenhochzeit in Susa
        • 323 v. Chr. – 23.480 km: Tod in Babylon

7. Alexanders Tod und Erbe

Alexanders Tod: Die makedonischen Veteranen entlässt Alexander reich beschenkt nach Hause, dann zieht er nach Ekbatana im nördlichen Iran. Dort überwintert das Heer. Bei einem der zahlreichen Feste stirbt sein bester Freund Hephaistion. Alexander befiehlt eine reichsweite Trauer und die Anerkennung des Verstorbenen als Halbgott. Er selbst zieht nach Babylon. Sein Plan ist es, von dort aus die Eroberung Arabiens in Angriff zu nehmen. Kurz vor dem Beginn des Feldzuges bekommt Alexander nach einem üppigen Gastmahl starkes Fieber. Zehn Tage später, am 20. Juni 323 v. Chr., stirbt er im Alter von nur 32 Jahren. Die genaue Todesursache ist bis heute unbekannt. Mehr als zehn Jahre hat er ein Leben im Extremen geführt, geprägt von Strapazen, Verwundungen und exzessiven Genüssen. Es scheint, als hätten Krankheit, körperliche Erschöpfung und übermäßiger Alkoholgenuss zum Tode Alexanders geführt.[the_ad id=“5006″][the_ad id=“5523″]Das Erbe Alexanders: Sofort nach Alexanders Tod setzen Machtkämpfe um die Nachfolge ein. Die Einheit von Alexanders Großreich zerfällt. Stattdessen bildet sich eine Reihe von neuen Staaten unter makedonisch-griechischer Herrschaft. Alexander wird weiter verehrt. Porträts vom ihm werden bewundert, seine Bartlosigkeit und die langen Haare prägen die Mode der kommenden Generationen. Sein Feldzug hat tiefgreifende kulturelle Folgen. Durch griechische Herrscher und besser ausgebaute Handels- und Marschrouten gelangen mehr Fremde in die einst eher abgeschlossenen Gebiete Mittelasiens. Die Kulturen vermischen sich immer stärker. Eine neue Epoche der Geschichte beginnt, der Hellenismus. Auch in Mitteleuropa wirken sich Alexanders Taten aus. Durch die Verschiebung makedonischer und griechischer Truppen nach Osten entsteht Bedarf an Soldaten im Mittelmeerraum. Keltische Krieger lassen sich als Söldner anwerben und bringen bei ihrer Rückkehr griechisches Kulturgut nach Süddeutschland.

goldenes Flechtband © München, Staatliche Antikensammlungen und Glyptothek München - Foto: Renate Kühling

goldenes Flechtband © München, Staatliche Antikensammlungen und Glyptothek München – Foto: Renate Kühling

6. Massenhochzeit in Susa

Die Massenhochzeit in Susa: In der alten Perserstadt Susa treffen die Überlebenden des Indienfeldzuges wieder zusammen. Alexander richtet die größte Hochzeit aller Zeiten aus. Er selbst heiratet zwei persische Königstöchter und seine Gefährten vornehme Perserinnen. Zudem werden die Verbindungen seiner Soldaten mit Frauen, mit denen sie sich auf dem Feldzug zusammengetan haben, legalisiert. Es sind 10.000 Hochzeitspaare! Alexander verteilt reichen Brautschmuck und tilgt alle Schulden seiner Soldaten. Der Hochzeitsritus wird nach persischem Brauch vollzogen. Zudem treten griechische Schauspieler und Sänger auf, aber auch indische Gaukler. Die gezielte Verschmelzung der Kulturen in seinem Reich ist Alexanders großes Ziel. Er schafft ein neues Königtum aus makedonisch-griechischen und persischen Elementen. Politische Berechnung, persönlicher Ehrgeiz und Weltoffenheit sind die Grundlagen dieser Idee.[the_ad id=“5006″][the_ad id=“5523″]

Mamorstatue Alexander, Römische Kopien nach einem griechischem Original © Hamburg, Museum für Kunst und Gewerbe

Mamorstatue Alexander, Römische Kopien nach einem griechischem Original © Hamburg, Museum für Kunst und Gewerbe

 

5. Alexander der Große in Indien

Lysimachos Münze, Alexander mit Amunshörnern © München, Staatliche Münzsammlung

Lysimachos Münze, Alexander mit Amunshörnern © München, Staatliche Münzsammlung

Aufstände und die Überquerung des Hindukusch: Bei der Verfolgung des Bessos gelangt Alexander in die östlichen Provinzen des ehemaligen Perserreiches. Auch wenn er der neue Herrscher des Reiches ist, müssen die Provinzen erst erobert werden. Kein leichtes Unterfangen für Alexanders Heer. In Baktrien und Sogdien, heute Afghanistan und Usbekistan, kommt es immer wieder zu Aufständen. Die Zeit der glanzvollen Siege ist vorbei, denn die Einheimischen nutzen die Vorteile des bergigen Geländes und führen Partisanenkriege. Mit Massenhinrichtungen von Gefangenen versucht Alexander, Angst und Schrecken zu verbreiten. Erst nach der Überquerung des Hindukusch kann Bessos in Baktrien gefasst und getötet werden. Die Hinrichtung verwendet Alexander zur Propaganda: Der Mord an Dareios müsse gesühnt werden. Er selbst sei der wahre Nachfolger des letzten Perserkönigs.[the_ad id=“5006″][the_ad id=“5523″]Die Organisation des Feldzuges: Bei seiner Ankunft in Indien hat das makedonische Heer bereits eine Strecke von über 18.000 km zurückgelegt. Dieser längste Feldzug der Geschichte setzt während seiner gesamten Dauer eine sorgfältig geplante Organisation voraus. Klima und Erntezeiten werden auf dem Marsch eingerechnet. Das Heer selbst führt dabei nur Vorräte für einige Tage mit sich; gleichzeitig stellen Logistiktrupps die Versorgung in den Gebieten der Verbündeten sicher.

Alexanders Feldzug bis zum Indus: Auf seinem Feldzug verliert Alexander viele Soldaten. Die Invaliden siedelt er unterwegs in neugegründeten Städten an. Aus dem Westen lässt er weitere Truppen kommen. Sein neues Ziel ist der Indus, soweit wie einst die Perser herrschten. Kleine Stadtstaaten, die Widerstand leisten, werden brutal bekämpft. Einige verbünden sich mit Alexander, um gemeinsam gegen den indischen König Poros anzugehen, so der indische Fürst Taxiles. Die Schlacht am Hydaspes, einem Nebenfluss des Indus, wird die letzte große Schlacht, aus der Alexander mit vielen Verlusten, aber siegreich hervorgeht. Doch Alexander will noch weiter – bis zum Ozean im Osten, bis ans Ende der Welt. In den eigenen Reihen regt sich Widerstand, nicht zum ersten Mal. Bisher waren es einzelne Gefährten oder kleinere Gruppen, die gegen Alexander aufbegehrten und dafür mit dem Leben bezahlen mussten. Nun meutert die Masse. Alexander gibt nach. Das Heer erreicht über den Indus den Ozean, und die Rückreise beginnt.

Die Rückreise: Für die Rückreise wird das Heer dreigeteilt: Während eine kleine Abteilung mit den Invaliden unter Krateros auf einer nördlichen Route nach Westen marschiert, setzt der größte Heeresteil unter Alexander seinen Weg bis zur Indusmündung fort. Dort teilt sich wiederum die Truppe. Alexander zieht in einem entbehrungsreichen Marsch durch die Gedrosische Wüste (Südpakistan/Südiran) und verliert zahlreiche Soldaten. Nearchos segelt mit seinen Leuten an der Küste des Indischen Ozeans und des Persischen Golfs entlang, wird aber durch die Monsunwinde stark behindert.

4. Alexander in Babylon, Susa & Persepolis

Nachbau eines persischen Streitwagens © Historisches Museum der Pfalz - Foto: Peter Haag-Kirchner

Nachbau eines persischen Streitwagens © Historisches Museum der Pfalz – Foto: Peter Haag-Kirchner

Persisches Trinkgefäß, 5- Jh. v. Chr. © Antikenmuseum Basel und Sammlung Ludwig - Foto: Andreas F. Voeglin

Persisches Trinkgefäß, 5- Jh. v. Chr. © Antikenmuseum Basel und Sammlung Ludwig – Foto: Andreas F. Voeglin

Alexanders Sieg über Dareios III. und sein Siegeszug nach Babylon: Im Mai 331 v. Chr. kehrt Alexander nach Tyros zurück. Dort erreicht ihn erneut ein Friedensangebot des Perserkönigs. Obwohl Alexander in nur drei Jahren weit mehr Land als das angestrebte Kleinasien erobert hat, lehnt er ab. Seine Generäle bedrängen ihn, wieder nach Makedonien zurückzukehren, aber Alexander will das gesamte Perserreich erobern. Bei Gaugamela in Nordmesopotamien kommt es zur letzten Schlacht gegen den Perserkönig. Wieder ist es die makedonische Reiterei, die Dareios III. zum Verhängnis wird, wieder glaubt er die Schlacht verloren und flieht. Alexander nennt sich nach dem Sieg »König von Asien«. Nun will er das ihm noch unbekannte Land seines neuen Reiches kennenlernen. Er zieht nach Babylon, dem geistigen Zentrum der altorientalischen Kulturen. Die prächtige Stadt beeindruckt Alexander durch ihre Bauwerke. Mit ausschweifenden Festen feiern Alexander und seine Soldaten ihren Sieg. Nach einem Monat ziehen sie weiter.[the_ad id=“5006″][the_ad id=“5523″]

Persische Garde aus Susa, glasiertes Ziegelrelief, Susa, achämenidisch, 5. Jh. v. Chr. © bpk - Bildagentur für Kunst, Kultur und Geschichte

Persische Garde aus Susa, glasiertes Ziegelrelief, Susa, achämenidisch, 5. Jh. v. Chr. © bpk – Bildagentur für Kunst, Kultur und Geschichte

Susa und Persepolis – Plünderung und Rache: Alexander ist nicht aufzuhalten. Er nimmt weitere Residenzen der Perser in Besitz, zieht nach Susa und besteigt den persischen Thron. Dann dringt er ostwärts vor in die Persis, das Stammgebiet der Perser. Hier stellen sich ihm die letzten Getreuen des Dareios entgegen. Sie mauern eine Passstraße zu. Für Alexander kein Hindernis. Persepolis mit seinen Palästen wird eingenommen und die Schatzkammer geplündert, ebenso die persischen Höfe von Pasargadae und Ekbatana. Angeblich fallen Alexander insgesamt mehr als 175.000 Talente Silber (4.550.000 Kilo) in die Hände: genug Geld für seinen weiteren Feldzug. Denn noch immer lebt Dareios. Es soll Alexander jedoch nicht vergönnt sein, den Widersacher zu fassen. Bessos, der Provinzstatthalter von Baktrien, tötet Dareios und ruft sich selbst zum neuen Perserkönig aus. Nun muss Alexander diesen Gegner schlagen. Dem neuen Feind auf der Spur zieht er mit seinem Heer immer weiter nach Osten.

3. Alexander der Große wird Pharao

Ägypten – Alexander wird Pharao: Bei der Eroberung der Levante hat Alexander gezeigt, wie hart er bei Widerstand durchgreifen kann. So ergibt sich Ägypten ohne Gegenwehr. Alexander wird Pharao. Er besucht Memphis und opfert den ägyptischen Gottheiten. In seinem Namen werden Tempel erneuert und errichtet. An der Mittelmeerküste gründet er eine neue Hafenstadt: Alexandria. Noch ehe die Bauarbeiten beginnen, startet er eine abenteuerliche Reise durch die libysche Wüste zur Oase Siwa. Hier, etwa 550 Kilometer westlich des Nildeltas, liegt das Heiligtum des Amun-Re, den die Griechen als Zeus-Ammon verehrten. Siwa ist vor allem in der griechischen Welt für sein Orakel bekannt. Alexander befragt den Gott. Die Priester als Sprecher des Gottes bestätigen Alexanders Selbsteinschätzung: Er sei Sohn des Amun-Re, ihm gehöre die Weltherrschaft.[the_ad id=“5006″][the_ad id=“5523″]

Porträt Alexander des Großen ("Alexander Schwarzenberg") Tivoli (?), um Christi Geburt, Augusteische Kopie nach einem Original um 330 v. Chr. © München, Staatliche Antikensammlungen und Glyptothek - Foto: Renate Kühling

Porträt Alexander des Großen („Alexander Schwarzenberg“) Tivoli (?), um Christi Geburt, Augusteische Kopie nach einem Original um 330 v. Chr. © München, Staatliche Antikensammlungen und Glyptothek – Foto: Renate Kühling

 

2. Alexander der Große – Feldzüge

Karte Alexander Zug © Curt-Engelhorn-Stiftung für die Reiss-Engelhorn Museen Mannheim

Karte Alexander Zug © Curt-Engelhorn-Stiftung für die Reiss-Engelhorn Museen Mannheim

Granikos – Der Feldzug beginnt: Schon Alexanders Vater Philipp II. hat die Idee, ins persisch besetzte Kleinasien überzusetzen. Gewinn von Land und Geld ist die Hauptmotivation für das aufstrebende makedonische Königshaus. Alexander setzt diese Idee seines Vaters in die Tat um. Um die Griechen für den Feldzug zu gewinnen, wird eine propagandistische Begründung vorgeschoben: Rache an den Persern, die 150 Jahre zuvor die Akropolis zerstört haben. Die Überquerung des Hellespont wird mit Opfern an Götter zelebriert. Dann besucht Alexander Troja, den Ort der Helden seiner Jugend. Das persische Heer erwartet ihn aber bereits in der Nähe von Troja am Granikos. Die Planung des persischen Angriffes liegt in den Händen der in Kleinasien stationierten Provinzverwalter, der Satrapen. Obwohl die Perser zahlenmäßig den Makedonen überlegen sind, können Alexander und seine Soldaten den Sieg erringen. Der weitere Weg nach Kleinasien ist frei. Alexander erbeutet bei seinem Sieg am Granikos das nötige Geld, das ihm die Fortführung seines Feldzuges erst ermöglicht. Denn seine Soldaten müssen bezahlt und ernährt werden.[the_ad id=“5006″][the_ad id=“5523″]Die Schlacht bei Issos: In schweren Kämpfen nimmt er die Städte Milet und Halikarnass ein und erobert weite Teile Kleinasiens. Bei Issos in Kilikien (Südosttürkei) trifft Alexander im November 333 v. Chr. auf den persischen Großkönig Dareios III. Das Heer des Persers schreckt ihn nicht. Alexander kämpft sich mit seiner Kavallerie durch die feindlichen Linien und greift den Großkönig an. Dareios flieht, und Alexander erbeutet die mit 3.000 Talenten Silber (78.000 Kilo) reich gefüllte Kriegskasse. Auch die persische Königsfamilie fällt dem Makedonen in die Hände, doch er behandelt sie nicht wie Gefangene, sondern äußerst ehrenvoll. Hier zeigt sich schon seine Bewunderung für die Perser, deren Sitten er später zum Teil übernimmt.

Die Belagerung von Tyros: Nach der Schlacht bei Issos verhandelt der persische Großkönig: Er bietet zunächst ein Bündnis an, später das Gebiet bis zum Euphrat und die Hand seiner Tochter. Alexander lehnt ab, denn der Weg in die Levante, das Gebiet der östlichen Mittelmeerländer, ist nun für ihn bereits frei. Aber nicht alle Staaten unterwerfen sich dem neuen Herrscher. So verweigert die phönizische Inselstadt Tyros den Zutritt. Sieben Monate belagert Alexander die Stadt und lässt einen 800 Meter langen Damm vom Festland zur Insel anschütten. Bei dieser gewaltigen Leistung kommt ihm zu Hilfe, dass das Meer durch eine natürliche Sandbank hier nur ein bis zwei Meter tief ist. Schließlich bezwingt Alexander Tyros mit Hilfe seiner Flotte. Er zerstört die Stadt. Die Männer lässt er töten, Frauen und Kinder werden versklavt. Ein ähnlich brutales Schicksal widerfährt der Stadt Gaza. Zwei Monate dauern dort die Kämpfe, bei denen Alexander schwer verwundet wird.

2017 – Ausstellung Pharao

2016 – Ausstellung Wikinger