Pharao – Leben im Alten Ägypten – kinderleicht erklärt

I-i-ui tu em hetep!
Das ist ägyptisch und bedeutet: Sei du willkommen! Mein Name ist „Bastet“. So heißt auch die altägyptische Katzengöttin. Die Katze ist im Alten Ägypten sehr beliebt und gilt als heilig. Auch andere Tiere werden verehrt.  Folge mir durch das Alte Ägypten!

Cheops – der große Pyramidenbauer: Rund 2,7 Millionen Steinblöcke lässt Pharao Cheops aufschichten, um sich das bombastischste Grabmal der Welt zu bauen: Die Cheops-Pyramide hat 230 Meter Seitenlänge. Auf der Fläche hätten also fast fünf Fußballfelder Platz. Die Pyramide ist knapp 147 Meter hoch und ist das letzte erhaltene von den sieben antiken Weltwundern.

Statue eines Pharao Kopf golden mit Insignien

Pharao mit „Bart“

Wer ist der Pharao, und wie sieht er aus? Der Name Pharao bedeutet übersetzt „großes Haus“. Für die Menschen im Alten Ägypten ist er viel mehr als ein König. Er gilt als Vertreter der Götter. Seine wichtigste Aufgabe ist es, zwischen Menschen und Göttern zu vermitteln und die Weltordnung zu bewahren. Ein typisches Merkmal für den Pharao ist ein künstlicher Bart. Mit Bändern umwickelt, wird er an das Kinn des Königs gebunden. Auf dem Kopf trägt er die weiß-rote Doppelkrone. Sie setzt sich aus den Kronen von Ober- und Unterägypten zusammen. In seinen Händen hält der Pharao die wichtigsten Symbole seiner Macht: Krummstab und Wedel.

Krummstab und Wedel

Krummstab und Wedel

Götter sind die Superstars im Alten Ägypten! Die alten Ägypter verehren zahlreiche Götter. Manche treten in Menschengestalt auf, andere mit Tierkörpern und Tierköpfen. Jeder hat eine besondere Aufgabe. Im Laufe der Jahrtausende denken sich die Ägypter immer wieder neue Götter aus. Einer ist dauerhaft beliebt: Re, der Herr der Sonne, ist mehr als 2500 Jahre lang Ägyptens höchste Gottheit! Manche Götter gelten als Schutzpatrone bestimmter Berufsgruppen. Hausgötter wie der Gott Bes geben auf Familien und ihre Häuser Acht. Mit seinem koboldartigen Aussehen schreckt Bes alles Böse ab.

Hatschepsut – eine Frau mit falschem Bart: Hatschepsut regiert zunächst für ihren Stiefsohn Thutmoses III., der noch sehr jung ist, als sein Vater stirbt. Unter Hatschepsut erleben die Menschen eine sehr friedliche Zeit. Auf den Abbildungen trägt Hatschepsut oft einen Bart. Eine Frau als Pharao ist nämlich so ungewöhnlich, dass sie wie ein Mann dargestellt wird.

Hieroglyphen – rätselhafte Schriftzeichen: Hieroglyphe“ ist ein griechisches Wort und heißt übersetzt „heiliges Ritzzeichen“. So werden die Schriftzeichen genannt, die im Alten Ägypten verwendet werden. Lange, für über 1400 Jahre, kann niemand von uns die altägyptischen Schriftzeichen lesen. Erst 1822 gelingt es, das Geheimnis zu lüften. Auf dem Stein von Rosetta ist drei Mal der gleiche Text abgebildet: in Hieroglyphen, in Demotisch (das ist eine Art Schreibschrift des Ägyptischen) und in Griechisch. Mithilfe des griechischen Textes gelingt es dem französischen Wissenschaftler Jean-François Champollion als erstem, die eingeritzten Hieroglyphen zu entschlüsseln.

Thutmoses III. – der Erfolgreiche: Thutmoses III. ist einer der erfolgreichsten Pharaonen. Er leitet viele Feldzüge und erweitert das ägyptische Reich weit über seine Grenzen hinaus.

Mumie der Ta-cheru: Untersuchungsergebnisse

Die Mumie Ta Cheru beim CT am St. Bernward Krankenhaus Hildesheim

Youtube Video

Eine Zusammenfassung der bisherigen Untersuchungsergebnisse (Mai 2017) verfasst von Oliver Gauert – Roemer- und Pelizaeus-Museum Hildesheim GmbH

Innensarg der Mumie Ta-Cheru, Holz, Spätzeit © King`s Museum, University of Aberdeen, ABDUA: 22118, Foto: Andreas Jacob

Innensarg der Mumie Ta-Cheru, Holz, Spätzeit © King`s Museum, University of Aberdeen, ABDUA: 22118, Foto: Andreas Jacob

Den Informationen auf dem Sarg zufolge handelt es sich um eine Frau, die den nicht besonders spezifischen Titel nebet per (Herrin des Hauses) führte und die etwa im 4. Jhdt. v. Chr. in der Region des heutigen Luxor verstarb.

 

 

Die Mumie ist in einem hervorragenden Erhaltungszustand und auf höchstem Niveau balsamiert worden. Um das Geschlecht anthropologisch bestätigen zu können, wäre eine Vermessung des Symphysen-Winkels erforderlich, die wir bislang nicht vorgenommen haben. Wir konnten allerdings sehen, dass Balsamierungsharze bei der Konservierung des Leichnams dermaßen verschwenderisch zum Einsatz kamen, dass diese Harze in die Sargwanne geflossen sind und dort mit der Mumie verklebt sind. Die Fließspuren sind deutlich zu sehen und die Harze sind zudem in das Holz des Sarges eingedrungen. Die Mumie war somit untrennbar mit dem Sarg verklebt und es ist –  in Ägypten keineswegs selbstverständlich – hier sicher davon auszugehen, dass in dem Sarg tatsächlich die Person liegt, deren Name und Titulatur inschriftlich genannt sind. Eine Umbettung kann mit großer Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen werden.

Die Zahl der Lagen der Leinenbinden variiert in Abhängigkeit von der Körperregion. Im Kopfbereich haben wir 25 Lagen gezählt, im Bereich der unteren Extremitäten 13 Lagen. Im Nackenbereich sind es noch deutlich mehr, schätzungsweise um die 50-70 Lagen Binden, die teilweise als Polsterung eingebracht worden sind. Das der Mumie aufliegende Perlennetz ist im Laufe der Zeit instabil geworden, wie ja bereits der Restaurator, Herr Klocke, festgestellt hatte. Wir konnten auch unterhalb der Mumien einzelne Röhrenperlen sehen. Die inneren Organe und das Gehirn sind mit größter Sorgfalt entfernt worden. Im Schädelinneren ist ein Flüssigkeitsspiegel zu erkennen, der von erstarrter Balsamierungsflüssigkeit herrührt, die nach der Gehirnentfernung in erhitztem Zustand in die Schädelhöhle eingebracht wurde und darin erkaltet ist. Darüber liegt noch ein weiterer Spiegel einer granulatartigen Substanz, die zusätzlich eingebracht wurde. Vom Gehirn selbst und den Hirnhäuten sind keinerlei Reste erkennbar. Interessanterweise konnten wir keinen Zugang zur Schädelhöhle finden. Normalerweise wurde das Gehirn durch die Nase entfernt, die vom Neurocranium nur durch eine dünne, leicht zu durchstoßende Knochenplatte getrennt ist. Diese sogenannte Lamina cribrosa ist aber unversehrt und auch die benachbarten Strukturen weisen keinerlei Defekte auf, so dass wir eine transnasale Exzerebration ausschließen können.

 

Flora und Fauna am ägyptischen Nilufer

Palmen am Nilufer - Flora und Fauna am ägyptischen Nilufer

Palmen am Nilufer

Frühe Felszeichnungen zeigen Nilpferde und Krokodile, Schlangen und Frösche. Im Wasser tummelt sich eine Vielfalt von Fischen. Zahlreiche Vogelarten, darunter Ibisse und Reiher, suchen seine Nähe, während nebenan in der Steppe Elefanten, Antilopen, Gazellen und Nashörner leben. Gänse und Enten, Haustiere wie Rinder, Esel, Hunde und Katzen findet man schon in Grabmalereien des Alten Reichs. Viehzucht und Fischfang bereichern den Speiseplan, Getreide bleibt aber das Hauptnahrungsmittel der Menschen. Aus Flachs stellen sie Leinen für ihre Kleidung her. In ihren Gärten gedeihen Gemüse wie Lattich und Zwiebeln – neben zahlreichen Blumensorten, Palmen, Feigenbäumen, Akazien und Sykomoren. [the_ad id=“5006″][the_ad id=“5523″]Tiere

Wassertiere spielen im Alten Ägypten eine bedeutende Rolle. Insbesondere Krokodile und Nilpferde werden gefürchtet und verehrt. So der Krokodilgott Sobek als Schutzherr der Gewässer oder die Göttin Thoeris, dargestellt als schwangeres Nilpferd mit Löwenpranken und Krokodilschwanz, die schwangere Frauen beschützt. Fische und Frösche stehen oft in Zusammenhang mit Vorstellungen von Geburt und Erneuerung.

Nilpferde sind im Alten Ägypten vorwiegend in der Nähe von Gewässern und Feldern zu finden. Ein Ärgernis für die Bauern, denn Nilpferde sind Pflanzenfresser mit großem Appetit, weshalb sie im Alten Ägypten verfolgt und gejagt werden. Sie leben zwar meist ruhig und friedvoll, können aber auch gewalttätig sein. Ihre ruhige und gefährliche Kraft macht den Menschen Angst.

Löwen gelten seit Beginn der altägyptischen Geschichte als Zeichen der Macht. Ihre kriegerische und majestätische Kraft kann Übel abwehren, ihre Wildheit aber auch große Zerstörung hervorrufen. Deshalb können Könige als Löwen, aber auch als Jäger von Löwen dargestellt werden.

Zeitstrahl Pharaonen: chronologische Auflistung

Ab:Epoche:Dynastie:Pharaonen Namen:
3.000 v. Chr.Frühzeit1. Dynastie
(um 3.032 – 2.853 v. Chr.)
Aha (Menes) | Teti I. (Athotis I.) | Djer | Wadji (Djet)
Meritneith (Königin) | Den | Anedjib | Semerchet | Qaa
2.800 v. Chr.Frühzeit2. Dynastie
(um 2.853 – 2.707 v. Chr.)
Hetepsechemui | Nebre | Ninetjer | Wenegnebti |
Sechemib | Peribsen |
Gegenkönige: Neferkare | Neferkasokar | Hudjefa | Chasechemui
2.600 v. Chr.Altes Reich3. Dynastie
(um 2.707 – 2.639 v. Chr.)
Nebka | Djoser | Djoserteti | Chaba | Qahedjed | Huni
2.500 v. Chr.Altes Reich4. Dynastie
(um 2.639 – 2.504 v. Chr.)
Snofru | Cheops (Chufu) | Djedefre | Chephren (Chaefre)
Bicheris (Ba-ka) | Mykerinos (Menkaure) | Schepseskaf | Thampthis
2.400 v. Chr.Altes Reich5. Dynastie
(um 2.504 – 2.347 v. Chr.)
Userkaf | Sahure | Neferirkare | Neferefre | Schepseskare
Neferefre | Niuserre | Menkauhor | Djedkare | Asosi | Unas
2.300 v. Chr.Altes Reich6. Dynastie
(um 2.347 – 2.216 v. Chr.)
Teti | Userkare | Pepi I. | Nemtiemsaf I. | Merenre I.
Pepi II. | Nemtiemsaf II. | Nitokris (Königin)
2.200 v. Chr.1. Zwischenzeit8. Dynastie
(um 2.216 – 2.170 v. Chr.)
Namen von 25 Königen bekannt, nur wenige durch
Denkmäler belegt: z.B. Menkare | Neferkahor | Ibi | Wadjkare
2.200 v. Chr.1. Zwischenzeit9.+10. Dynastie
(um 2.170 – 2.020 v. Chr.)
Wahkare | Heti I. | Neferkare III. | Meriibre | Cheti II. |
Neferkare | Cheti III. | Nebkaure | Cheti | Merikre
2.000 v. Chr.Mittleres Reich11. Dynastie
(um 2.119 – 1.976 v. Chr.)
Mentuhotep I. | Antef I. | Antef II. | Antef III.
Mentuhotep II. | Mentuhotep III. | Mentuhotep IV
1.900 v. Chr.Mittleres Reich12. Dynastie
(um 1.976 – 1.793 v. Chr.)
Amenemhet I. | Sesostris I. | Amenemhet II. | Sesostris II.
Sesostris III. | Amenemhet III. | Amenemhet IV. | Nefrusobek
1.800 v. Chr.Mittleres Reich13. Dynastie
(um 1.793 - 1.648 v. Chr. )
ca. 50 Könige: u.a. Wegaf | Chendjer
1.700 v. Chr.2. Zwischenzeit14. Dynastie (um 1.648 v. Chr.)Kleinkönige im Delta: u.a. Nehesy & Merdjefare
1.700 v. Chr.2. Zwischenzeit15. + 16. Dynastie
(um 1.648 – 1.539 v. Chr.)
= Hyksosherrschaft
Große Hyksos: Schalik (Salitis) | Beon | Apachnas
Chajan | Apopi I. (Apophis I.) | Chamudi
Kleine Hyksos (Vasallen): u.a. Anataher | Aperanat
Semqen | Scheschi | Pepi III.
1.600 v. Chr.2. Zwischenzeit17. Dynastie
(um 1.645 – 1.550 v. Chr.)
Nur in Theben: u.a. Sebekemsaf I. | Mentuhotep VII. |
Nebirirau S | Ebekemsaf II. | Antef V. | Antef VI. | Antef VII.
Ahmose(Senachtenre) | Ta-a (Seqenenre) | Kamose
1.500 v. Chr. Neues Reich18. Dynastie
(um 1.550 – 1.292 v. Chr.)
Ahmose I. | Amenophis I. | Thutmosis I. | Thutmosis II.
Hatschepsut (Königin) | Thutmosis III. | Amenophis II.
Thutmosis IV. | Amenophis III. | Amenophis IV. / Echnaton
Semenchkare | Tutanchamun | Eje II. | Haremhab
1.300 v. Chr.Neues Reich19. Dynastie
(um 1.292 – 1.186 v. Chr.)
Ramses I. | Sethos I. | Ramses II. | Merenptah | Sethos II.
Amenmesse | Siptah | Tausret (Königin)
1.200 v. Chr.Neues Reich20. Dynastie
(um 1.186 – 1.070 v. Chr.)
Sethnacht | Ramses III. | Ramses IV. | Ramses V. | Ramses VI.
Ramses VII. | Ramses VIII. | Ramses IX. | Ramses X. | Ramses XI.
1.100 v. Chr.3. Zwischenzeit21. Dynastie
(um 1.070 – 945 v. Chr.)
Smendes I. | Amenemnesu | Susennes I. | Amenemope
Osochor | Siamun | Psusennes II.
Herrscherhaus mit teilweise libyscher Abstammung
900 v. Chr.3. Zwischenzeit22. Dynastie
(um 946 – 730 v. Chr.)
Scheschonq I. | Osorkon I. | Takelot I. |
Scheschonq II. | Osorkon II. |
Unterägypt. Linie: Scheschonq III. | Scheschonq IIIa
Pami | Scheschonq V.
Oberägyptische Linie: Harsiese I. | Takelot II. | Pedubastus I.
Iuput I. | Scheachonq IV. | Osorkon III. | Takelot III Rudamun | Ini
800 v. Chr.3. Zwischenzeit23. Dynastie
(um 756 – 722 v. Chr.)
Pedubastis II. | Scheschonq IV. | Iuput II. | Osorkon IV.
800 v. Chr.3. Zwischenzeit24. Dynastie
(um 740 - 714 v. Chr. )
In Sais: Tefnachte | Bakenrenef (Bikharis)
700 v. Chr.Spätzeit25. Dynastie
(vor 746 – 655 v. Chr.)
Alara | Kaschta | Pije | Schabako (Schabaka) |
Schebitko (Schabataka) | Taharko (Taharqa) | Tanotamun
Assyrer: Asarhaddon | Assurbanipal
im Delta teilweise Herrschaft der Assyrer (681-664)
600 v. Chr.Spätzeit26. Dynastie
(um 664 – 525 v. Chr.)
Psammetich I. | Necho II. | Psammetich II.
Apries | Amasis | Psammetich III.
500 v. Chr.Spätzeit27. Dynastie
(um 525 - 401 v. Chr.)
1. Persische Epoche
Kambyses II. | Gegenkönig: Petubastis III. | Seheribre
Dareios I. | Gegenkönig: Psammetich IV. | Xerxes I.
Artaxerxes I. | Gegenkönig: Inaros II.
Xerxes II. | Gegenkönig: Sogdianos | Dareios II. | Artaxerxes II.
400 v. Chr.Spätzeit28. – 30. Dynastie
(um 404 – 342 v. Chr.)
und 31. Dynastie
= 2. Persische Epoche
(342 – 335 v. Chr.)
28. Dynastie: Amyrtaios
29. Dynastie: Nepherites I.
Hakor (Achoris) | Gegenkönig: Psamutis | Nepherites II.
30. Dyn.: Nektanebos I. | Djedhor (Teos) | Nektanebos II.
31. Dynastie: Artaxerxes III. | Arses |
Dareios III. | Gegenkönig: Chababasch

Kastensarg eines Mannes namens Nacht

Video: Die Geschichte eines Exponats

Kastensarg des Nacht, Holz, Spätzeit © King`s Museum, University of Aberdeen, ABDUA: 22156, Foto: Jens Klocke

Kastensarg des Nacht, Holz, Spätzeit © King`s Museum, University of Aberdeen, ABDUA: 22156, Foto: Jens Klocke

In den Jahren 1902 bis 1904 leitete der britische Archäologe John Garstang eine Grabung in Beni Hassan. 300 km südlich von Kairo, am Ostufer des Nils, legte er ungefähr 1000 Bestattungsgräben frei und fand dabei etwa 100 Särge. Sie gingen an verschiedene Museen in Kairo und Europa. Darunter war auch ein besonderes „Haus für die Ewigkeit“: der Kastensarg eines Mannes namens Nacht. In Aberdeen für einige Jahre sicher aufbewahrt, geriet er von der Forschung für lange Zeit in Vergessenheit. Mit der Unterstützung des Freundeskreises Lokschuppen Rosenheim e.V. wurde er für die Ausstellung PHARAO erstmals aufwändig restauriert und erforscht. Die Texte nennen uns den Sargbesitzer: Der Mann namens Nacht – „der Starke“ – trug die Verantwortung für ein Versorgungsdepot in einem großen Haushalt oder einer staatlichen Einrichtung. Er lebte zwischen 1950 und 1850 v. Chr. und war ein angesehener Mann. [the_ad id=“5006″][the_ad id=“5523″]

Ausstellungsraum mit kastensarg Pharao Ausstellung - Copyright: Andreas Jacob

Ausstellungsräume PHARAO Ausstellung
© Andreas Jacob

Die Außenseite des Deckels steht ganz unter dem Thema „Himmel“ – denn zu ihm möchte der Verstorbene aufsteigen. Auf der Innenseite des Deckels spricht Nacht von seiner göttlichen, jenseitigen Existenz – sie gewährt ihm ewige Regeneration und Fortdauer: „Mir gehört das Gestern, und ich kenne das Morgen. (…) Was das Gestern anbelangt, dies ist der Totengott Osiris. Was das Morgen anbelangt, dies ist der Sonnengott Re.“ Der Sargboden ist als Insel gestaltet, die von einem blauen Wasserlauf umgeben ist. Um das Wasser zu überqueren und den symbolischen Ort der Insel zu erreichen, benötigt Nacht die Hilfe eines Fährmanns. Der Text auf dem Boden gibt seine Bitte wieder, ihn zur Insel überzusetzen – nachdem ihm dies der Fährmann zunächst verweigert, muss Nacht einige Fragen beantworten, die sein Wissen über die Fähre unter Beweis stellen. Die Außenwände des Sarges sind mit Palastfassaden dekoriert. Man sieht auch seinen Begräbnisschlitten – auf ihm wurde der Sarg sicher ins Grab transportiert. An den äußeren Längsseiten erbitten Opferformeln ein Totenopfer und ein schönes Begräbnis: „Möge Osiris ein Totenopfer, Brot und Bier, Rinder und Geflügel, Alabaster und Leinen, Weihrauch und Salbe sowie alle schönen und reinen Dinge wovon ein Gott lebt, dem Ka des Versorgten Nacht geben. Auch die Innendekoration kümmert sich in Wort und Bild um die Versorgung des Verstorbenen: so sind Nahrungsmittel, Salb- und Ölgefäße, verschiedene Stoffe und Schmuck dargestellt. Eingewickelt in große Tücher, lag die Mumie des Nacht im Sarg ursprünglich auf der Seite. So blickte er durch das große Augenpaar, das sowohl innen als auch außen zu sehen ist, nach draußen, um den Sonnenaufgang zu sehen und an der Regeneration des Sonnengottes teilzuhaben.

Pharao – Echnaton: der Rebell

Ausstellungsraum mit Hatchepsut Pharao Ausstellung - Copyright: Andreas Jacob

Ausstellungsräume PHARAO Ausstellung
© Andreas Jacob

Echnaton (1351-1334 v. Chr.), eigentlich Amenophis IV., will eine veränderte Religion etablieren, die sich vor allem auf den Sonnengott Aton konzentriert. Vier Jahre lang versucht er, den Widerstand der mächtigen Priester in Theben zu brechen. Als dies nicht gelingt, verlässt er Theben und beginnt mit dem Bau einer neuen Hauptstadt: Amarna (Achet- Aton, „Horizont des Aton“). Sie ist das Zentrum seiner Religion: riesige Tempel, repräsentative Paläste, große Gärten und Wohnstädte für 50 000 Menschen entstehen in kürzester Zeit am Ostufer des Nils. Der Sturz der alten Kulte, die Vernachlässigung der Außenpolitik, Schicksalsschläge und sein früher Tod stürzen das Land jedoch in eine Krise, die erst Jahrzehnte später überwunden werden kann. [the_ad id=“5006″][the_ad id=“5523″]Echnaton – der Rebel: Pharao Echnaton wagt etwas Ungeheures: Er schafft einfach die vielen ägyptischen Götter ab, insbesondere den mächtigsten von ihnen: Amun! Die einflussreichen Priester sind außer sich vor Wut. Echnaton bestimmt, dass es nur den einen Gott Aton geben soll, eine Form des Sonnengottes Re. Ihm zu Ehren baut er auch seine neue Hauptstadt: Amarna (Achet-Aton).

Projektion Amarna Pharao Ausstellung - Copyright: Andreas Jacob

Ausstellungsräume PHARAO Ausstellung
© Andreas Jacob

Amarna (Achet-Aton), auf Befehl Echnatons in wenigen Jahren errichtet, liegt 400 Kilometer nördlich von Luxor auf dem Ostufer des Nils und erstreckt sich über eine Länge von mehr als sechs Kilometern. Im Zentrum: Großer Palast, Kleiner und Großer Aton-Tempel und „das Haus des Königs“, die Residenz. Wirtschafts- und Verwaltungsbauten, Kasernen, Magazine und Bäckereien gehören zur Infrastruktur. Nördlich und südlich liegen ausgedehnte Wohnsiedlungen.

Der Große Aton-Tempel (Neues Reich, 18. Dyn., Echnaton (1351-1334 v. Chr.))  ist mit einer Länge von ca. 760 Metern und einer Breite von 275 Metern wohl die größte Tempelanlage der antiken Welt. Der Kernbau misst 30 Meter in der Breite und mehr als 200 Meter in der Länge. Alle Räume sind nach oben offen, um getreu der spirituellen Auffassung Echnatons das Licht ungestört bis ins Innere strömen zu lassen.

Pharao – Ramses II.

Pharao - Ramses II.: Kopf einer Ramses II Statue

Kopf einer Ramses II Statue

Ramses II. regiert stolze 67 Jahre (1279-1213 v. Chr.). Er wird 90 Jahre alt, als kraftvoll und erfolgreich beschrieben und ist wohl der bekannteste Pharao Ägyptens. Ihm gelingt es, das Reich nach der Zeit des Umbruchs durch Echnaton wieder zu einem innen- und außenpolitischen Aufschwung zu führen. Die Kämpfe mit den Hethitern in Vorderasien enden im ersten überlieferten Friedensvertrag, der durch die Ehe mit einer Hethiter-Prinzessin besiegelt wird. In der folgenden Friedens- und Blütezeit lässt Ramses II. unzählige Bauten errichten, die für seinen Beinamen „der Große“ sorgen: unter anderem das Ramesseum, seinen Königstempel, die neue Hauptstadt Pi-Ramesse im Ost-Delta, die Tempel von Abu Simbel und viele Ergänzungen der großen Tempelanlage des Amun in Karnak. [the_ad id=“5006″][the_ad id=“5523″]Ramses II. stürmte in seinem Streitwagen die stark befestigte Stadt Dapur im heutigen Syrien. Der Konflikt mit den Hethitern gipfelt in der berühmten Schlacht von Kadesch und mündet schließlich im ersten Friedensvertrag zweier Großmächte der Geschichte.

Die persönliche Begegnung mit dem Pharao ist den meisten Ägyptern verwehrt. Dennoch können auch einfache Leute dem König begegnen, und zwar in Form monumentaler Statuen, wie sie Ramses II. als Ausdruck seiner Göttlichkeit aufstellen lässt. Diese besondere Form des Herrscherkultes ist vor allem in der neu gegründeten Ramsesstadt im Ostdelta verbreitet.

Tod- und Jenseitsvorstellungen

Tod- und Jenseitsvorstellungen: Sarkophag

Sarkophag

Die alten Ägypter streben wie viele Menschen nach einem ewigen Leben nach dem Tod. Die Pyramiden und später die versteckten Felsgräber im Tal der Könige sollen die Ruhestätten der Pharaonen schützen. Nach der Bestattung darf kein Sterblicher sie je wieder betreten.[the_ad id=“5006″][the_ad id=“5523″]Totenbücher und Jenseitstexte

Die ältesten Jenseitstexte der Ägypter werden seit dem Ende der 5. Dynastie (um 2350 v. Chr.) in die Wände der Kammern der Pyramiden gemeißelt. Im Mittleren Reich (um 2000 v. Chr.) schreibt man die vormaligen Pyramidentexte in überarbeiteter Fassung auf Särge und versieht sie erstmals mit Bildern. Auf Papyrus festgehalten werden Jenseitstexte erst ab der Zeit der 18. Dynastie (um 1550 v. Chr.). Diese Schriftrollen, heute Totenbücher genannt, sollen dem Verstorbenen ein Führer auf seinem Weg ins Jenseits sein. Eine zentrale Rolle spielt dabei das negative Sündenbekenntnis – eine Sequenz aus dem Totenbuch, indem der Verstorbene versichert, dass er nicht gegen die ethischen Normen verstoßen hat.

Das Totenbuch des Ani: Ani ist Hofbeamter und Günstling des Pharaos, verheiratet mit Tjutju, einer Tempelsängerin. In der Zeit von Ramses II., etwa um 1250 v. Chr., lässt er sich für seine Bestattung in Theben-West einen prächtigen Papyrus anfertigen. Er ist 23,6 Meter lang und gehört mit ca. 190 Kapiteln, den sogenannten Sprüchen, zu den besterhaltenen und am reichsten illustrierten Totenbüchern Ägyptens. Seit 1888 befindet sich dieser Papyrus im British Museum in London, wo er in insgesamt 37 Einzelblätter zerteilt gezeigt wird.

„Leidtragende haben in anderen Ländern die Sitte, sich bei einem Trauerfall das Haar abzuschneiden, in Ägypten aber lassen sie es bei einem Trauerfall auf dem Kopfe und am Kinn wachsen, wenn sie es bis dahin geschoren hatten.“

Der Ba-Vogel – teilweise mit unserem Seelenbegriff vergleichbar – ist Teil einer Person und besitzt Individualität. Er kann sich frei zwischen dem Dies- und Jenseits bewegen und auch eigenständig handeln.

Pharao – Amenophis III. – der Prächtige

Pharao - Amenophis III. - der Prächtige: Thal der Koenige Tempelanlage und Grab von Amenophis

Thal der Koenige Tempelanlage und Grab von Amenophis

Statuetten des Amenophis III und der Teje, Ebenholz und Gold, Neues Reich © Roemer- und Pelizaeus-Museum Hildesheim, PM53a7b, Foto: Andreas Jacob

Statuetten des Amenophis III und der Teje, Ebenholz und Gold, Neues Reich © Roemer- und Pelizaeus-Museum Hildesheim, PM53a7b, Foto: Andreas Jacob

Zu den größten Pharaonen des Neuen Reiches zählt Amenophis III. (1388-1351 v. Chr.), auch „Der Prächtige“ genannt. Seine Große Königliche Gemahlin ist Teje, Mutter des Echnaton. Amenophis III. profitiert von den Erfolgen seiner Vorgänger und führt Ägypten in eine der glanzvollsten Epochen. Durch die Heirat mit ausländischen Prinzessinnen festigt er die Bündnisse mit den Staaten Vorderasiens. Er lässt gewaltige Tempel errichten, darunter seinen gewaltigen Totentempel auf dem thebanischen Westufer, an dessen Eingang die beiden Memnonskolosse stehen. In den Mut-Tempel von Karnak stiftet er mehr als 500 Sachmet-Statuen. Dreimal feiert er sein Thronjubiläum: im 30., 33. und 37. Jahr seiner Herrschaft.

Schmuckstücke und Kosmetikgeräte sind in der Zeit Amenophis’ III. häufig mit dem Namen des Königs oder der Königin versehen. Ein beliebtes Amulettmotiv ist der König als Sonnenkind mit an den Mund gelegtem Finger – ein Symbol für Regeneration und Verjüngung. [the_ad id=“5006″][the_ad id=“5523″]